Tethered cord: Lösung des Rückenmarks (Myeolyse). Nachuntersuchung kurz nach der Operation

Untersuchung 7-10 Tage nach der Operation ( nach Abklingen des akuten Operationstraumas).

„Durchgangssyndrom”

Durch den operativen Eingriff können bis zur Abheilung des Operationsfeldes vorübergehend neurologische Störungen auftreten, die Auswirkungen auf Harnblase, Darm, Muskulatur und Hautempfindung haben. Diese Störungen werden unter dem Begriff des „spinalen Schocks“ zusammengefasst. Das Ausmaß der Störungen hängt von der Art und Schwere der Rückenmarksverwachsungen ab.

Schmerzen

Ursachen: 

a) Schwellungszustand nach operativem Eingriff
b) Wundschmerz

Therapie:

Entlastung, Schmerzmittel:
a) Ibuprofen ®. in jeweils altersentsprechender Dosis
b) bei stärkerem oder weiter bestehendem Schmerz: Decortin-H
3 Tage lang 2 x am Tag 2 mg / kg Körpergewicht in zwei Dosen, weiter
3 Tage lang 2 x am Tag 1 mg / kg Körpergewicht in zwei Dosen; weiter
3 Tage lang 1 x am Tag mit 1 mg / kg Körpergewicht.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen. Bei weiter bestehenden Schmerzen: Neurochirurgisches Konsil.

Mögliche Störungen der Harnblasenfunktion 

  1. Schlaffe Lähmung des Blasenverschlusses
    Folgen: Verstärkter Urinfluss, Hautprobleme durch Harnträufeln
    Maßnahmen: Sorgfältige Hautpflege. Evtl. vorübergehende Verwendung eines Urinals/eines verstärkten Windelschutzes
  2. Vorübergehende schlaffe Lähmung des Blasenhohlmuskels
    Folgen: (vorübergehende) Vergrößerung der Blasenkapazität.
    Maßnahmen: In jedem Fall Beibehalten der medikamentösen Harnblasenentspannung.

Darmfunktion 

Mögliche Störung:  Vollständige Lähmung des Afterverschlusses.
Folgen: Verstärkter Verlust von Stuhlgang, Restentleerungen von dünnen Stühlen als Folge der vor der Operation ausgeführten gründlichen Darmreinigung, Kotschmieren, Geruchsbehinderung, Hautprobleme.
Maßnahmen:  Passiver Verschluss des Enddarmes mit einem (mit einer Zellstoffrolle in der Gesäßfalte und Netzhose gesicherten) Analtampon. Verstärkter Hautschutz durch dick aufgetragene weiche Zinkpaste. Bei offener Hautentzündung: vorübergehend im Wechsel mit antibiotischer Creme.

Muskelfunktion 

Mögliche Störung: Verringerung der Muskelkraft
Folgen: Verlust von Fähigkeit sich aufzurichten, des Stehens des Gehens
Maßnahmen:

  1. Muskelfunktionstest neu erstellen, Vergleich mit dem Test, der vor der Operation erstellt wurde
  2. Planung physiotherapeutischer Maßnahmen
  3. Spätestens jetzt Planung der Hilfsmittelversorgung.

Hautempfindung 

Mögliche Störung: Aufhebung oder Abschwächung der Hautempfindung.
Folgen: Erhöhte Verletzlichkeit  der Haut vor allem in Bereichen der Auflagestellen (Kreuzbein, Steißbein, Becken, Hüften, Knie, Fersen, Zehenspitzen)
Maßnahmen: Regelmäßige (mehrfache) Sichtkontrolle der druckstellengefährdeten Hautzonen, regelmäßiges Umlagern, bei beginnenden Rötungen: entlastende Lagerungen, Polster, Ringe etc. und sorgfältige Hautpflege.

Checkliste 

(   )  Neurologische Untersuchung
(   )  Neubestimmung der Muskelausfälle (Muskelfunktionstest)
(   ) Sensibilität: Sensibilitätsschema aktualisieren und den Eltern mitgeben zur
      Neudefinition der (jetzt möglicherweise besonders druckstellengefährdeten)
Hautzonen
(   ) Erstellen des Mobilitätskonzeptes

  • Intensivierung der Krankengymnastik bis zum Erreichen der dem Patienten möglichen Mobilität
  • Konsil:  Arzt/Ärztin, Krankengymnast/-in, Hilfsmitteltechniker/-in
  • Überprüfung: Gelenkstellungen (Beweglichkeit?, verbliebene Fehlstellungen, Zunahme von Fehlstellungen?
  • Diskussion: Sind orthopädische Weichteileingriffe (Muskeln / Sehnen) erforderlich?
  • Einleitung der Hilfsmittelversorgung
  • (Nacht-)Lagerungs-Hilfsmittel, um die Gelenkstellungen zu halten und neuen Kontrakturen vorzubeugen
  • Planung der Zukünftigen Steh-Gehorthese, Korsett, Schuhe usw.
  • Festlegen der physiotherapeutischen Behandlungselemente (Kontrakturprophylaxe, Ganzkörperbehandlung, Schwimmen (  )………………………………….)

(   ) Urologische Überwachung

  • Vorübergehende Verdichtung der Urinkontrollen: zweimal pro Woche Untersuchung des Morgenurins mit vorgefertigten Nährböden
  • Sonographische Kontrollen der Nieren und Harnwege bei gefüllter Harnblase zum Ausschluss einer Harntransportstörung
  • Planung einer orientierenden urodynamischen Untersuchung
  • Medikamente zur Harnblasenentspannung: Neufestlegen der Dosis (abhängig von der Blasenkapazität)
  • Änderung der Entleerungstechnik (häufiger/seltener)

(   ) Vereinbaren der nächsten Kontrolle spätestens zwei Monate nach der
      Myelolyse. >> Thetered cord: Lösung des Rückmarks (Myelolyse). Nachuntersuchung 6-8 Wochen nach der Operation”

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