Spina bifida und Hydrozephalus – mögliche Ursachen

 

Die Entstehung der Spina bifida und anderen Fehlbildungen von Gehirn und Rückenmark ist bisher nicht in allen Einzelheiten aufgeklärt. Es gibt jedoch begründete Hinweise auf mögliche Ursachen.

Stoffwechselstörung?

Als Ursache des fehlenden Verschlusses der Wirbelsäule wird eine Veränderung an einem speziellen Genort * auf einem Chromosom * vermutet, von dem  Stoffwechselvorgänge der Folsäure gesteuert werden. Vermutet wird eine Veränderung (Mutation) des Enzyms *  Methyl-tetra-hydrofolat-Reduktase, wodurch die für den Verschluss des Rückens wichtige Folsäure nicht oder nur unvollständig aufgebaut werden kann. Das gleiche Enzym ist auch Bestandteil des Inositol-Stoffwechsels, der ebenfalls eine (noch unklare) Bedeutung bei der Entstehung der Spaltbildung hat.

Familienvorgeschichte

In der mütterlichen und väterlichen Familie kommt eine Spina bifida gleich oft vor, d.h. dass sowohl beim Vater wie bei der Mutter eine genetische Besonderheit vorliegen dürfte, damit eine Spina bifida entstehen kann. Während man durch Gabe von Folsäure an die Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen die Häufigkeit  der Entstehung der Spaltbildung beim heranwachsenden Kind deutlich senken kann, ist noch nicht bekannt, mit welchem Medikament beim Vater eine (vermutete) Stoffwechselstörung ausgeglichen werden kann.

Mangel an Vitaminen?  Mangel an Folsäure!

1. Allgemeiner Vitaminmangel: (CZEISEL u. DUDAS, 1994)
2. Folsäuremangel: (MRC-Studie,1991).

Beweis: 

Bei regelm. Einnahme von 0,4 mg Folsäure / Tag durch die Mutter sinkt die Häufigkeit von Spina bifida ( und anderen Entwicklungsstörungen des Neuralrohrs *) um 60-70%.
Müttern, die ein Spina bifida-Kind geboren haben, wird die Einnahme von 4 mg Folsäure (als eine 10-fach höhere Dosis) empfohlen

Die Theorie wird gestützt durch erhöhtes Vorkommen der Spina bifida bei chronischen Ernährungsstörungen z.B. Abusus von Cocain-, Amphetamin-, Marihuana-, Alkohol-, Zigaretten- (> 1 Packung), Fastenkuren, Magersucht sowie Resorptionsstörungen (Zöliakie, Adipositas) und Vitamin-A-Überdosierung.

*Erläuterungen: 

Chromosomen: Die Träger des menschlichen Erbgutes werden als Chromosomen bezeichnet. Der Mensch hat in jeder Zelle des Körpers 46 Chromosomen.
Gene: Auf jedem Chromosom sind Gene angeordnet, von deren Struktur alle körperlichen Merkmale und Funktionen bestimmt werden.
Enzyme: Eiweißkörper, die einen Stoffwechselvorgang ermöglichen und sich hierbei nicht verändern.
Neuralrohr: Im ersten Schwangerschaftsmonat entstehendes kindliches Gewebe, aus dem sich Gehirn und Rückenmark entwickeln.

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