Azetazolamid bei Hirnüberdruck

Wirkung von Azetazolamid

A. führt zu vermehrter Ausschwemmung von Wasser durch die Nieren. Man vermutet auch eine Einschränkung der Bildung von Hirnwasser. Wahrscheinlich wegen dieser pharmakologischen Wirkung kann durch die Einnahme von A. ein Hirnüberdruck gesenkt werden.

Anwendung von Azetazolamid

Verminderung von akuter Druckerhöhung von Hirndruck

Mit dem Medikament kann kurzfristig (d.h. innerhalb von etwa 12 Stunden) vorübergehend (d.h. für etwa drei Tage) ein Hirnüberdruck gesenkt werden. Es bleibt deshalb z.B. im Urlaub ausreichend Zeit, Kontakt mit einer (Ihrer) kinder-/ neurochirurgischen Spezialeinrichtung Kontakt aufzunehmen und das weitere Vorgehen abzusprechen. Nach etwa 2-3 Tagen lässt die Wirkung nach.

Verminderung von chronischen Druckerhöhungen

Günstige Auswirkungen des Medikamentes haben sich gezeigt

  • bei Atemstörungen, die – falls vorhanden – vor allem nachts nachweisbar sind,
    (vgl. Anleitung: Nächtliche Langzeitmessung der Lungenfunktion)
    Die Wirkung des Medikamentes ist vermutlich auf eine Senkung des Hirndruckes
    und damit auf eine Druckentlastung im Bereich des Atemzentrums (das im
    Bereich des Hinterhauptsloches liegt und hier durch eine CHIARI-Fehlbildung beeinträchtigt werden kann) zurückzuführen;
  • bei anderen Symptomen, die durch eine CHIARI-Fehlbildung hervorgerufen werden können

Voraussetzungen für die Anwendung

Es muss Hirnüberdruck vorliegen (vgl. Anleitung: Hirndruckzeichen für die verschiedenen Altersstufen). Die Anwendung darf nur nach ärztlicher Absprache und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Nebenwirkungen / Begleitende Maßnahmen

Die häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen entstehen durch die vermehrte Ausscheidung von Wasser und Kalium.  Bei Anwendung des Medikamentes ist auf eine ausreichende Flüssigkeitsgabe (vgl. Anleitung: Flüssigkeitsbedarf) zu achten. Zur Vorbeugung von vermehrtem Kaliumverlust sollen Gemüse, Bananen oder / und getrocknete Aprikosen zur Normalkost angeboten werden.

Gegenanzeigen

Das Medikament darf nicht angewendet werden bei

  • Brechdurchfall oder Durchfallerkrankungen,
  • Erbrechen, das schon zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust geführt hat,
  • Verweigerung von Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.

Bei diesen Erkrankungen besteht wegen der vermehrten Wasserausscheidung durch das Medikament die Gefahr einer weiteren Austrocknung.
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme bzw. ein ungestörter Flüssigkeitshaushalt ist im Allgemeinen an einer unbeeinträchtigten Urinausscheidung und einem negativen Azetonnachweis im Urin (vgl.Nachweis von Azeton im Urin) zu erkennen.

Anwendungsformen

A. liegt vor als:
– Diamox Tabletten 10/30/100, 1 Tablette enthält 250 mg Azetazolamid
– Diamox retard Kapseln 10/30, 1 Kapsel enthält 500 mg Azetazolamid

Dosierung

Bei Kindern erfolgt die Dosierung nach dem Körpergewicht:
50 mg pro kg Körpergewicht ergibt (abgerundet) die einzunehmende Tagesdosis. Die Gesamtdosis von 2000 mg soll nicht überschritten werden.
Diese Tagesdosis wird jeweils zur Hälfte morgens und abends eingenommen.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen mit höherem Gewicht muss eine Tagesdosis von 2000 mg nicht überschritten werden.

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