Untersuchungsmethoden im 1. Lebensjahr

Kurzübersicht (alphabetisch)

Astrup

> Blutuntersuchung: Lunge

Augenhintergrunduntersuchung

>> Augenuntersuchungen

Augenuntersuchungen

  • Achsenstellungen (Schielwinkel, Astigmatismus…): Ausmessen des Augapfels, Messung der Sehachsen.
  • Augenhintergrunduntersuchung: Ausschluss von Hirnüberdruck (Stauungspapille + Venenstauung) oder Bluthochdruck (Stauung von Venen und Arterien). Zur genauen Beurteilung kann die Pupille medikamentös weit gestellt werden.
  • Gesichtfelduntersuchung (Perimetrie) >> Sehprüfung
  • Sehnerv vor Eintreten in den Augapfel: >> Ultraschalluntersuchung der Dicke des Sehnervs: Ausschluss einer Verdickung durch Wassereinlagerung bei Hirnüberdruck
    Ausführung: Augenarzt, Kinderarzt (Visus, Farben, Stereosehen) Radiologe (Ultraschalluntersuchung)

Bakteriologische Untersuchung

>> Unrinuntersuchung

Blasendruckmessung

(= BDM, = Zystomanometrie, = Zystotonometrie)
Langsame Füllung der Harnblase mit körperwarmer physiologischer Kochsalzlösung über einen (meist) dünnen transurethralen oder (seltener) über einen suprapubischen Katheter zur Bestimmung der Blasengröße, des Blasendruckes beim Überlaufen, der Dehnbarkeit (Compliance) und weiterer Hinweise auf die Funktion der Harnblase. Gleichzeitig: Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnwege mit gefüllter und leerer Harnblase zum Ausschluss einer Störung des Harntransportes, Strukturveränderungen der Blasenwand (Verdickung, Pseudodivertikel) und von Nierenveränderungen (Größe, grobe Narben…). Die BDM ist eine unverzichtbare Untersuchung, auf der sich die urologische Gesamtbehandlung im Wesentlichen aufbaut. siehe unten >> Urodynamische Untersuchung. Ausführung: Radiologe, Urologe, Kinderarzt, je nach technischer Ausstattung.

Blutdruckmessung

(sog. „unblutige“ Messung nach Riva-Rocci, abgekürzt: RR). Messen des Blutdruckes (meist) in der Ellenbeuge am Arm. Wahl der Manschettenbreite: 2/3 des Oberarmumfanges (gemessen in cm). Bei der B. werden zwei Werte ermittelt: der >> systolische und der >> diastolische Messwert (z.B.: RR = 100/60). Eine aufblasbare Gummimanschette (Achtung: Latex), die mit einem Druck-Messgerät (Manometer) oder einer Quecksilbersäule verbunden ist,  wird um den Oberarm gelegt und aufgepumpt bis der Pulsschlag am Handgelenk nicht mehr tastbar ist (d.h. der Druck in der Arm-Arterie nicht mehr ausreicht, um den Manschettendruck zu überwinden); hierdurch kann weder Blut in den Arm fließen, noch kann Blut aus dem Arm abfließen. Der Manschettendruck wird dann langsam wieder vermindert, bis der erste Pulsschlag tastbar wird, dass (nur das arterielle) Blut pulsierend in den Arm wieder einströmt. Dieses Einströmen des Blutes in der Armarterie ergibt ein klopfendes Geräusch, das mit einem auf die Ellenbeuge mit leichtem Druck gehaltenen Stethoskop zu hören ist. Dieses Geräusch verschwindet wieder, wenn der Druck in der Manschette so weit vermindert wird, dass auch das venöse Blut wieder aus dem Arm abfließen kann; der beim Verschwinden des Klopfens gemessene Druck entspricht dem “diastolischen” Druck  (= dem zweiten Wert der Blutdruckmessung), der maßgeblich für die Beurteilung des Blutdruckes ist.

Blutuntersuchungen

Blutentnahmen nur an sensibel gestörten Hautzonen!

  • Entzündung (Ausschluss): Blutbild, Blutsenkungsgeschwindigkeit, C-reaktives Protein (CRP) (quantitativ), Gesamt-Eiweiß, Elektrophorese
  • Nierenfunktion: Kreatinin, Harnstoff, Gesamt-Eiweiß, Elektrophorese, Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium); >> Clearance
  • Allergie: IgE, RAST Latex, RAST Etilenoxid

Clearance

Nierenfunktionsuntersuchung, bei der die Fähigkeit der Niere überprüft wird, Substanzen aus dem Blut zu filtern (= aus dem Blut zu entfernen). Errechnet wird die Plasmamenge (in ml), die in der Niere von einer Substanz (z.B. Kreatinin) „gereinigt“ wird.  (Vgl. >> Seitengetrennte Clearance). Ausführung: Nephrologe, Kinderarzt, Urologe, Internist.

Computertomogramm (CT)

Computer-gestützte Darstellung eines beliebigen Organs in beliebig einzustellenden Schichtdicken. Indikationsgebiete: Im Prinzip alle Organe. Speziell: Gehirn (Hirndruckdiagnostik), Wirbelsäule (Engen, Erweiterungen, Verwachsungen, Zysten), gelegentlich Nieren (Lage, Form…). Eintragung in den Röntgenpass. Ausführung: Radiologe.

CT

>> Computertomogramm.

DSMA-Clearance

>> Nierenszintigraphie

EEG

>> Hirnstrombild

Elektroenzephalolgramm (EEG)

>> Hirnstrombild

Hirndruckmessung

Direkte Messung: “Offene” Messung des Hirndrucks über eine Drucksonde, die (operativ) in eine Hirnkammer eingelegt wurde (selten ausgeführtes Verfahren). Ausführung: Neurochirurg.
Indirekte Messungen: >> Ultraschalluntersuchung des Sehnerven, >> Augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrundes.

Hirnstrombild

Elektrophysiologische Untersuchung zur Aufzeichnung der Hirnströme.
Formen: Ableitung im Wachzustand, Schlaf, mit geschlossenen Augen, nach Schlafentzug = Schlafentzugs-EEG (zum Erreichen eines Tiefschlafes während der Ableitung eines EEGs). Anwendung von Belastungen: Lichtblitze (Flickerbelastung).
Ausführung: Neurologe, Kinderarzt.

Intravenöses Pyelogramm (IVP)

>> Intravenöses Urogramm

Intravenöses Urogramm (IVU)

(intra- = in; venös = von vena: Blutader, die das zum Herzen führt; Pyelon = das Nierenbecken; gramm = aufzeichnen, darstellen). Darstellung vor allem der Nieren (Lage, Größe, Form usw.), aber auch der Harnleiter und Harnblase durch ein Kontrastmittel, das in die Vene gespritzt wurde. Eintragung in den Röntgenpass. Ausführung: Radiologe, Urologe.

Isotopennephrogramm

>> Seitengetrennte Clearance, >> Nierenszintigramm

Kernspintomogramm (= MRT = Magnet-Resonanz-Tomogramm)

Computergesteuerte Magnetfelduntersuchung eines beliebigen Organs in beliebig dicken Schichten zur genauen Darstellung von Geweben, insbesondere des Gehirns, des kraniozervikalen Überganges und des Rückenmarkes. Keine Röntgenbelastung. Längeres ruhiges Liegen ist erforderlich, weshalb häufig eine Sedierung oder Kurznarkose erforderlich ist. Hindernisse: Ängste (Klaustrophobie), Geräusch-Überempfindlichkeit. Vorsicht bei codierbaren Ventilen einer Hirnwasserableitung: Verstellung des druckregulierenden Mechanismus ist möglich. Ausführung: Radiologe.

Magnetresonanz-Tomogramm (MRT)

>> Kernspintomogramm

MCU

>> Miktions-Zystourographie

Miktions-Zysto-Urogramm (MCU)

Urologische Untersuchungsmethode der Harnblase und Nieren mit 1. Füllung der Harnblase mit verdünntem Kontrastmittel zur Darstellung der Blasengröße, Form und anatomischer Veränderungen (z.B. zum Ausschluss/Nachweis) eines Rückflusses von Harn in die Nieren (Reflux) und 2. Diagnostik der Harnblasenentleerung (Miktion) wie Harnstrom, Entleerungsgeschwindigkeit, Restharn u.a.. Eintragung in den Röntgenpass. Ausführung: Urologe, Radiologe.

MR / MRT

>> Kernspintomogramm

Nierenfunktionsuntersuchungen

>> Blutuntersuchungen, >> Clearance, >> seitengetrennte Clearance,

Nierenszintigraphie

Radiologische (genauere) Darstellung der Nieren mit einer radioaktiven Substanz (z.B. DSMA) zum Ausschluss von Narben, und sonstigen Veränderungen der Nierenstruktur. Die (sog. statische) N. läuft im Vergleich zur >> seitengetrennten Clearance langsam ab, ist jedoch mit einer höheren Strahlenbelastung verbunden, weshalb die Untersuchung speziellen Fragestellungen (z.B. schwer zugängliche Nieren durch Verlagerungen, Klären des Ausmaßes narbiger Veränderungen, Operationsentscheidungen) vorbehalten bleibt. Eintragung in den Röntgenpass. Ausführung: Radiologe, Nuklearmediziner.

Refluxprüfung

  • Harnblase: >> Reflux-Zystogramm
  • Magen / Speiseröhre (gastro-ösophagealer Reflux) : >>Ultraschalluntersuchung, >> Breischluck

Reflux-Zystogramm

Füllung der Harnblase mit verdünntem Kontrastmittel zur Darstellung der Blasengröße und Blasenform und zum Ausschluss von anatomischen Veränderungen der Harnblase wie Reflux, Veränderungen der Blaseninnenwand… Das RZ wird mit einer speziellen Kamera, die eine minimale Strahlenbelastung gestattet, ausgeführt.  Eintragung in den Röntgenpass. Ausführung: Urologe, Radiologe.

Röntgenaufnahmen

Bildgebendes Verfahren vor allem zur Skelettdiagnostik, jedoch auch mit Kontrastmitteln zur Darstellung von Strukturen innerer Organe. Alle Röntgenuntersuchungen werden in einen Röntgenpass (Datum, Institut, Art der Untersuchung, Ergebnis) eingetragen.
Indikationsgebiete:

  • Schädel (Frakturen, Lage des zentralen Katheters, Beurteilung der Schädelnähte bei vorzeitiger Verwachsung oder Nahtsprengung bei Hirnüberdruck)
  • Wirbelsäule (Spaltbildung, Spinalkanal (Engen, Aufweitungen), Festlegung und Verlaufskontrolle von Verformungen (Skoliose, Lordose, Kyphose)
  • Kontinuitätsüberprüfung des Shunts (Ausschluss von Abknickungen, Brüchen, Abrissen, Ablösungen, Lage der peripheren Katheterspitze)

Andere Röntgenverfahren:

>> Computertomographie
>> Urographie
Ausführung: Radiologe.

Schlaflabor-Untersuchung

Umfangreiche Untersuchung der Atmung und Lungenfunktion unter stationären Bedingungen (1-3 Tage). Vgl. >> Atemlangzeitmessung

Sehnerv-Untersuchung

>> Ultraschalluntersuchung

Seitengetrennte Clearance

Nierenfunktionsuntersuchung mit einem >> Radioisotop, bei der die Fähigkeit der Nieren, eine bestimmte Substanz (z.B. >> MAG 3 an Technetium) aus dem Blut zu filtern ( =  Clearance) für jede Niere getrennt gemessen wird. Zur Technik: Eine definierte Menge des Radioisotops wird in die Vene gespritzt. In drei Blutproben (am Anfang, in der Mitte und am Ende der Untersuchung) wird die Radioaktivität ermittelt. Die (kurzdauernde) Radioaktivität in den Nieren wird mit zwei Kameras aufgenommen.

Beurteilung: Beurteilt wird

a) die Geschwindigkeit der Aufnahme der Substanz in die Nieren,
b) die Verteilung in der Niere (angegeben in %, normal: 50:50),
c) die Gleichmäßigkeit der Speicherung,
d) die Größe und evtl. grobe Formveränderungen der Niere und der Harnleiter,
e) der Abfluss aus den Nieren, der mit >> Furosemid stimuliert werden kann.
f) die Gesamtleistung der Nieren: Die Radioaktivität in der 2.und 3. Blutprobe wird jeweils von der Radioaktivität der 1. Blutprobe abgezogen.

Fehlerquellen:

1. Bei atypischen Lagen der Nieren (z.B. angeborene Lageanomalien (selten), Verlagerungen durch Skoliose (häufig) kann es schwierig sein, die Messkameras exakt auf die Nieren einzustellen, wodurch die Ergebnisse z.T. erheblich verfälscht werden können. Eine exakte Kameraeinstellung kann anhand einer 30-Minuten-Aufnahme eines >> Ausscheidungsurogramms besser gewährleistet werden.

2. Während der Untersuchung muss der Patient ruhig liegen, weil durch Lageveränderungen die Kamera nicht mit exakt auf die Nieren gerichtet sein kann. Jede seitengetrennte Clearance wird im Röntgenpass eingetragen.
Vgl. >> Kreatinin-Clearance >> Nierenfunktionsuntersuchungen.

Sensible evozierte Potentiale (SEP)

oder Somato-sensibel-evozierte Potentiale (SSEP) Elektrophysiologische Untersuchung zur Überprüfung Hautempfindung und der hierzu gehörenden sensiblen Nerven. Ausführung: Neurologe.

SEP

>> Sensible evozierte Potentiale

Somatosensible evozierte Potentiale

>> Sensible evozierte Potentiale

Sonographie / sonographische Untersuchung

>> Ultraschalluntersuchung

Ultraschalluntersuchung (US)

Untersuchung von Körperteilen mit Ultraschall-Wellen von hoher Frequenz, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind (deshalb: ultra- = jenseits von Schall(-wahrnehmung). In der Humanmedizin: unschädliches und den Patienten nicht belastendes (keine Röntgenstrahlen), schmerzfreies, beliebig oft zu wiederholendes Untersuchungsverfahren zur bildlichen Darstellung von Gewebsstrukturen, von  inneren Organen und zur Beurteilung der kindlichen Entwicklung während der Schwangerschaft. Anwendungen: Vgl. Ultraschalluntersuchungen. Ausführung: Radiologe, Kinderarzt, Urologe, Frauenarzt, Internist.

Urinuntersuchung

  • Orientierende Untersuchung mit Teststreifen (Leukozyten, pH, Eiweiß, Blut…)
  • Mikroskopische Untersuchung (in Zählkammer, Sedimentuntersuchung unüblich): Zellen (Leukozyten, Erythrozyten, Salze …) (Sediment unüblich)
  • Bakteriologische Untersuchung: Orientierend: Vorgefertigte Nährböden. Weiterführend: Antibiogramm

Urodynamische Untersuchung

Relativ aufwendige maschinell gestützte Untersuchung der Harnblase und ihrer funktionellen Störungen. Zur Beurteilung der wichtigsten Funktionsstörungen reicht meist die orientierende >> Blasendruckmessung aus. Ausführung: Urologe, Radiologe.

Urogramm

>> Intravenöses Urogramm

VEP

>> Visuell evozierte Potentiale (VEP)

Video-Urodynamik

Videoaufzeichnung und -auswertung einer >> urodynamischen Untersuchung. Elegantes aber technisch aufwendiges Verfahren, das eine beliebig häufige Auswertung des urodynamischen Untersuchungsverlaufes gestattet. Eintragung in den Röntgenpass. Ausführung: Urologe, Radiologe.

Zystomanometrie

>> Blasendruckmessung

Zystotonometrie

>> Blasendruckmessung

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