Ultraschall – Organuntersuchungen

Schädel

Eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns und der Weite der Hirnkammern ist möglich

  • während der Schwangerschaft
  • nach der Geburt nur durch eine noch offene Knochenlücke (Fontanelle) auf dem
    Schädeldach.

Möglichkeiten:

  • Untersuchung der Weite und Form der Hirninnenräume
  • Orientierender Nachweis einer Chiari-Fehlbildung.

Rückenmark

Im Bereich der Wirbelsäulenspalte ist das Rückenmark sonographisch zugänglich.

Möglichkeiten, Beurteilung:

  • der atmungsabhängigen Beweglichkeit des Rückenmark sowie
  • der Pulswellen der Blutgefäße, die das Rückenmark umgeben. Die Verminderung oder Aufhebung der Beweglichkeit und der Pulswellen gibt einen Hinweis auf ein tethered cord oder von Raumforderungen durch z.B. Zysten, Gewebeteile.

Augen

Möglichkeiten:

  • Untersuchung des Sehnerven (Nervus opticus), bevor dieser in das Auge eintritt: bei Hirndruck ist der Nerv durch (Hirn)Wassereinlagerung verdickt. Normale Dicke des Augennerven: 3 mm, Grenzwert: 4,0 – 4,3 mm.
  • Messung der Tiefe des Auges zur ursächlichen Abklärung von Sehstörungen (z.B. Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit), die durch eine Veränderung des Augapfels bedingt sind.

Harnblase

Möglichkeiten:

Untersuchung mit gefüllter Harnblase zur

  • Bestimmung der Größe (Blasenkapazität), vgl. altersentsprechende Harnblasengröße.
  • Beurteilung der Form der Harnblase: normal: rund, abnorm: verformt, dreieckförmig.
  • Bestimmung der Blasenwanddicke: normal: etwa 3 mm (leere Harnblase), bei zunehmender Füllung der Harnblase: unter 3 mm.
  • Beurteilung der Harnblasen-Innenwand: normal: glatt, Veränderungen im Sinne einer zunehmenden “Balkenblase”: gezähnelt, unregelmäßig. Ausstülpungen der Harnblasenwand (Pseudodivertikel, Divertikel).
  • Beurteilung des Harntransportes und ggf. eines Rückflusses (Refluxes) bei maximal gefüllter Harnblase:
    a) Darstellung des Harnleiters (beschreiben),
    b) des Nierenbeckens (kommt eine Füllung zustande? Weite des Nierenbeckens in mm), c) sonstige Hinweise einer Störung des Harntransportes, z.B. die Weite der Nierenkelche,
    d) Hinweise auf einen Rückfluss (Reflux) von Urin in die Harnleiter (Grad I und II) bzw. in die Nieren (Grad III-V),
  • Ausschluss / Nachweis von Steinbildungen.

Untersuchung mit leerer Harnblase zur

  • Bestimmung des Restharns nach Anwendung der individuellen Entleerungstechniken der Harnblase.

Harnleiter

Möglichkeiten:

  • mit leerer Harnblase ist eine Abflussbehinderung des Urins (z.B. eine Abflussbehinderung durch einen Harnleiterstein) sonographisch nachzuweisen. Sowohl der normal ausgebildete, häufig auch ein (hochgradig) veränderter Harnleiter ist nicht oder nur angedeutet darstellbar, jedoch nicht sicher zu beurteilen.
  • mit gefüllter Harnblase ist ein normaler Harnleiter nicht oder nur angedeutet darstellbar, Veränderungen (z.B. Aufweitung, Harnstau, Verlängerungen, Verengungen) sind nachzuweisen und in ihrem Ausmaß gut zu beschreiben.

Nieren

Möglichkeiten:

  • Bestimmung der Nierenlage und Nierengröße.
  • Nachweis von (groben) Nierenveränderungen (Narben, Zysten, Verschmälerung des Nierengewebes usw.).
  • Ausschluss / Nachweis einer Abflussbehinderung des Urins aus den Nieren.
  • Bestimmung der Weite der Nierenbecken ohne und mit Füllung der Harnblase.
    Eine Erweiterung des Nierenbeckens von 7-15 mm wird bei fast 5% aller Neugeborenen gefunden, die sich bei weit über der Hälfte der Kinder bis ins 2. Lebensjahr spontan wieder verliert. Die im Alter von 5 Tagen und 4 Wochen durchgeführten Sonographien erwiesen sich als verlässliche diagnostische Maßnahme. Allerdings hatte ein Durchmesser des Nierenbeckens von mehr als 10 mm immer, zwischen 7 und 10 mm bei 62 % eine krankhafte Ursache.
  • Ausschluss / Nachweis von Steinbildungen.

Speiseröhre, Magen

Möglichkeiten:

  • Untersuchung des Rückflusses von Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux).

Bauchraum

Möglichkeiten:

  • Nachweis von Hirnwasser im Bauchraum: Bei normaler Funktionstüchtigkeit der Hirnwasserableitung in den Bauchraum ist “vermehrt freie Flüssigkeit” an der am tiefsten gelegenen Stelle des Bauchraums nachzuweisen,
  • zum Ausschluss von krankhaften, zystisch abgekapselten Hirnwasseransammlungen
    (Liquorzysten) bei Hirnwasserableitungen in den Bauchraum.

Hüften

Möglichkeiten:

  • Ausschluss von Fehlstellungen des Hüftgelenkkopfes zur Hüftgelenkpfanne, z.B. einer Fehlanlage des Hüftgelenkes (Hüftdysplasie) oder Ausschluss von Fehlstellungen des Hüftgelenkkopfes (Hüftsubluxation, Hüftluxation).

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