Tethered cord: Lösung des Rückenmarks (Myeolyse), Allgemeines

Informationen zum operativen Eingriff

Jeder operative Eingriff muss als Ganzes geplant werden. Vgl. hierzu die Anleitung: Krankenhausbehandlung von Kindern/von Erwachsenen.

Lösung des Rückenmarkes (Myelolyse)

Lösung des Rückenmarks = Myelolyse (von „myelon“ = das Rückenmark und „lyse“ = (Ab-) Lösung).
Mit „Myelolyse“ wird (hier) ein operativer Eingriff bei Spina bifida-Patienten bezeichnet, bei dem das Rückenmark und Rückenmarksnerven mikrochirurgisch freigelegt und von narbigem Bindegewebe, Fettgewebe oder Resten von Hautteilen gelöst werden, die im Bereich der Spaltbildung am Rücken mit dem Rückenmark verwachsen sein können.

Zeitpunkt

Eine Myelolyse kann in jedem Alter sowie wiederholt erforderlich sein.
Entscheidend für den Zeitpunkt des Eingriffs ist eine erhebliche neurologische Verschlechterung.

Operationsanzeige (Indikation)

Die Indikation ergibt sich aus einer Zunahme von neurologischen Auffälligkeiten, meist erkennbar an:

  • einer krankhaften Steigerung der Muskelgrundspannung (spinale Hypertonie) und/oder
  • Reflexsteigerungen an den Beinen und/oder
  • zunehmenden Fehlstellungen der Gelenke an Hüften und/oder Knien und/oder Füßen,
  • einer Änderung von Blasenfunktionen, z.B. geringere Blasenkapazität (Verringerung der katheterisierten Urinmenge), verkürzte/verlängerte Trockenphasen, häufigere Harnwegsinfektionen.

Mögliche Folgen der Operation

  • Es kann (in der Regel) nur der vor der Operation vorliegende Zustand gehalten werden.
  • Eine Verbesserung der neurologischen Funktionen ist auch möglich.
  • Es kann jedoch auch vorübergehend oder endgültig zu einer Verschlechterung von neurologischen Funktionen kommen, die sich bei den einzelnen Organsystemen (Muskulatur, Sensibilität, Harnwege, Sexualfunktion) unterschiedlich auswirken können.

Bluttransfusion

Eine Bluttransfusion ist im Allgemeinen nicht erforderlich. Bei unerwartet ausgedehnten Eingriffen kann jedoch eine Bluttransfusion erforderlich werden. Deshalb wird Blut zur evtl. Transfusion vorbereitet. Falls gewünscht, sollte deshalb die Möglichkeit einer Eigenblutspende mit dem Operateur bzw. Anästhesisten erörtert werden.

Impfungen

4 bis 6 Wochen vor der Operation sollten möglichst keine Impfungen ausgeführt werden (Begründungen: siehe Lexikon).

Durchschnittliche Dauer des Eingriffes

Bei der Myelolyse handelt es sich um eine zeitaufwändige Operation. Die Dauer des Eingriffes hängt im Wesentlichen von dem Ausmaß der Verwachsungen im Bereich der Narbenplatte am Rücken ab. Eine Orientierung über das Ausmaß der Verwachsungen („ausgedehnte“ oder „umschriebene“ Verwachsungen) ist anhand der kernspintomographischen Bilder nur annähernd möglich. Ein genaues Bild ergibt sich erst während des operativen Eingriffes. Die sorgfältige mikrochirurgische Lösung der Nerven von Bindegewebe und Narben kann je nach Befund mehrere Stunden dauern.

Dauer des stationären Aufenthaltes

Die durchschnittliche Dauer des stationären Aufenthaltes liegt (nach bisherigen Erkenntnissen) bei 11 Tagen (7-12 Tage).

Dauer der häuslichen Erholung

Nach Verlassen der Klinik kann der Patient nach durchschnittlich 21 (14-28) Tagen den Kindergarten bzw. die Schule wieder besuchen, bzw. seine Berufstätigkeit wieder aufnehmen.

Dauer der Schulversäumnisse / Arbeitsunfähigkeit

Die Dauer der Schulversäumnisse bzw. der Arbeitsunfähigkeit errechnet sich aus: Dauer des stationären Aufenthaltes + häusliche Erholung und liegt bei 32 (28-40) Tagen.

Dauer der Nachsorge-Maßnahmen

Bis zum Erreichen der Fähigkeiten, die vor der Operation zur Verfügung standen: je nach therapeutischem Aufwand und Möglichkeiten 6 Wochen bis 3 Monate.

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