Stillen

bedeutet für das Kind die beste Aussicht auf ein gutes Gedeihen,

  • vermittelt einen idealen Kontakt zwischen Mutter und Kind als Voraussetzung einer guten seelischen und geistigen Entwicklung,
  • ist mit weniger Arbeitsaufwand und mit geringeren Risiken verbunden als andere
    Ernährungsformen mit künstlich hergestellter Milch,
  • macht Mutter und Kind auf Reisen und bei Besuchen unabhängig.

Muttermilch

  • hat für das Kind eine optimale Zusammensetzung an Nährstoffen (Eiweißen,
    Kohlenhydraten, Fetten)
  • einen hohen Gehalt an Abwehrstoffen (vor allem an Immunglobulin A),
  • bietet einen natürlichen Schutz vor den meisten Infektionen,
  • begünstigt die Besiedlung des kindlichen Darmes mit Infektionshemmenden
    Bakterien (Bifidus-Flora), durch die eine Entwicklung anderer, krankmachender Darmbakterien unterdrückt wird,
  • enthält ausreichend lebenswichtige Vitamine; lediglich das Vitamin D muss
    besonders in der sonnenarmen Jahreszeit zusätzlich verabreicht werden,
  • ist hygienisch einwandfrei, d.h. ist frei von Bakterien
  • hat immer die richtige Temperatur,
  • steht jederzeit zur Verfügung und muss nicht hergestellt werden
  • ist – nebenbei – für jeden Säugling die preiswerteste Ernährung
  • reicht für die Mehrzahl der Säuglinge 6 Monate lang als ausschließliche Ernährung aus. Beifüttern sollte frühestens zum Beginn des 5. Lebensmonats und nicht später als zu Beginn des 7. Lebensmonats erfolgen. Das Stillen kann so lange wie möglich fortgesetzt werden.

Der einzige Nachteil der Muttermilch sind die heute in der Muttermilch enthaltenen Schadstoffe. Diese stellen aber nach übereinstimmender Meinung kein Stillhindernis dar.

Zufüttern von Flüssigkeit ist bis auf wenige Ausnahmen (nämlich bei abnormer Bilirubinerhöhung nach der Geburt oder bei abnormem Flüssigkeitsverlust) nicht erforderlich.

Häufigkeit und Dauer des Stillens

Die Häufigkeit des Stillens kann sich meist nach dem Bedürfnis des Kindes richten. Zunächst muss der Säugling wahrscheinlich auch nachts angelegt werden. Bei den meisten Säuglingen reguliert sich die Nahrungsaufnahme auf einen Abstand von drei bis vier Stunden. Die Stilldauer sollte möglichst lang sein. Erst bei einer Stilldauer von 9 Monaten lässt sich nachweisen, dass sich seltener Allergien entwickeln. Aber auch kürzeres Stillen als 6 Monate ist sehr sinnvoll.
Der endgültige Zeitpunkt des Abstillens wird individuell von Mutter und Kind bestimmt.

Stillen und Krankheit

Stillen sollte auch bei einem kranken oder operierten Kind immer versucht und möglichst gewährleistet werden. Dünne Stühle sind kein Grund, das Stillen zu unterbrechen.

Dünne Stühle bei Inkontinenz

Dünner bis flüssiger Muttermilch-Stuhlgang ist eine Form von Normalität und nicht behandlungsbedürftig. Bei mangelndem Afterverschluss kann es durch die abnorme Flüssigkeitsbelastung in der Umgebung des Afters zu Hautreizungen und offenen (manchmal auch blutenden) Hautveränderungen kommen.
Therapie: Solange die Haut um den After offen ist: Weiche Zinkpaste dick auftragen; bei nicht ausreichendem Erfolg: ärztliche Stellungnahme (evtl. dünn eine antibakteriell oder antimykotisch (gegen Pilze) wirkende Creme (!) auftragen, darüber dann dick weiche Zinkpaste. Oder: Säubern, (kalt !) Trockenföhnen, Verkleben der offenen Hautstelle mit einem Hautschutzpflaster (z.B. Opsite Flexifix ® 4×6 cm).
Abstillen ist in keinem Fall erforderlich.

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