Schwellungszustände an unterschiedlichen Körperstellen

Sichtbare Schwellungen der Haut an unterschiedlichen Körperstellen können harmlos sein, aber auch eine entstehende oder behandlungsbedürftige Komplikation anzeigen. Die Zusammenstellung von Schwellungen bei Spina bifida und Hydrozephalus soll eine schnelle Zuordnung sichtbarer Krankheitszeichen zu Diagnosen ermöglichen, Maßnahmen zur Ersten Hilfe beschreiben und Hinweise auf weitere diagnostische und therapeutische Schritte geben. Die orientierende Kurzbeschreibung kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen!

Kopf

Diagnose: Schädeltrauma: „leichte“ Gehirnerschütterung (ohne Bewusstseinstrübung *: Commotio cerebri), „schwere“ Gehirnerschütterung (mit Bewusstseinstrübung: Kontusio cerebri).

Krankheitszeichen: Umschriebene Schwellung mit/ohne Rötung, Blauverfärbung, Schmerzen, mit / ohne Kopfschmerzen oder/und Bewusstseinstrübung

Ursachen: Stoß, Schlag, Sturz aus dem Rollstuhl mit äußerlichem (und überdurchschnittlich häufig: innerem) Bluterguss. Umschriebene oder allgemeine Kopfschmerzen, mit/ohne Bewusstseinsveränderung *
Achtung: Weil ein Schädeltrauma überdurchschnittlich häufig mit  Blutungen im Inneren des Schädels verbunden ist, kann sich aus jedem Sturz (z.B. aus dem Stand oder aus dem Rollstuhl) auf den Schädel ein Schädeltrauma zu einem Notfall entwickeln.

Maßnahmen:

  • Trauma ohne Bewusstseinsveränderung
    Erste Hilfe:  Örtlich kühlende Maßnahmen (kalte Wickel mit mäßigem Druck), keine weiteren körperlichen Belastungen. Ruhige Lagerung.
    Weitere Maßnahmen: Beobachtung. Ärztliche Beratung.
  • Trauma mit  Bewusstseinstrübung
    Erste Hilfe: Örtlich kühlende Maßnahmen. Ruhige Lagerung. Immer einen Arzt benachrichtigen.
    Weitere Maßnahmen: Ärztliche (neurologische) Untersuchung, Computertomogramm des Schädels (Ausschluss innerer Blutungen)
  • Trauma mit Bewusstlosigkeit
    Erste Hilfe: Notarzt (Klinomobil). Bis dahin: Ruhige Lagerung.
    Weitere Maßnahmen:  Röntgenaufnahme und Computertomogramm des Schädels (zum Ausschluss innerer Blutungen).
  • Schwellungen am Kopf, die von einer Hirnwasserableitung (Shunt) ausgehen >> Anleitung Hirnwasserableitung: krankhafte Schwellungen

*  Beurteilung von Bewusstseinsveränderungen

Somnolenz: Benommenheit, krankhafte Schläfrigkeit. Aufwecken durch äußere Reize und sinnvolle Reaktionen sind jederzeit möglich / abrufbar
Sopor: Schlafähnlicher Zustand, stärkere Bewusstseinstrübung. Aufwecken möglich, kurzzeitiger Versuch, sich zu orientieren, gerichtete Schmerzabwehr, verminderte Lagekorrektur, Husten- und Schluckreflexe vermindert, Reflexe sonst erhalten.
Koma: Tiefe Bewusstlosigkeit von längerer Dauer. Keine Weckbarkeit auf äußere Reize, nur ungerichtete Abwehrbewegungen auf starke Schmerzreize. Fremdreflexe zum Teil erloschen, im tiefen Koma auch Erlöschen der Eigenreflexe

Augen

Diagnose: Latexallergie 

Krankheitszeichen: Meist plötzliche auftretende Schwellung der Bindehäute beider Augen mit Rötung, Jucken, Fremdkörpergefühl und Sehbehinderung, auch in Verbindung mit Behinderung der Nasenatmung, Atemstörungen, evtl. Luftnot

Ursache: Kontakt mit latexhaltigem Staub, Gummi, Pflanzen usw.

Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen: Striktes Vermeiden von Kontakt mit latexhaltigen Gegenständen.
Erste Hilfe: Sofortige Unterbrechung des Latexkontaktes. Kühlende, abschwellende Maßnahmen (Freiluft, feuchte, kühle Wickel).
Weitere Maßnahmen:  Ärztliche Untersuchung, Allergentestung. Abschwellende Medikamente für die Augen-Bindehäute, ggf. für die Nase und Lunge. Die notwendigen Medikamente müssen bei bekannter Allergie als „Notfallausstattung“ jederzeit zur Verfügung stehen.

Spaltbildung am Rücken

Diagnose: Liquorkissen 

Krankheitszeichen: Schwellung im Bereich der Spaltbildung oft verbunden mit
Druckschmerz im Bereich der Schwellung , seitlich ausstrahlende Schmerzen sowie
Auftreten von Kopfschmerzen bei Druck auf den angeschwollenen Bereich,
Schmerzen oder/und Verschlechterung der Beweglichkeit (z.B. des Gehens).

Ursachen: Vermehrte Ansammlung von Rückenmarkswasser im Bereich der Spaltbildung, Verdacht auf Störung des Hirnwasserkreislaufes.

Maßnahmen:
Erste Hilfe: Vollständige Druckentlastung im Bereich der Schwellung.
Weitere Maßnahmen: Ausschluss einer Störung des Hirnwasserkreislaufes (neurologische Untersuchung, sonographische Untersuchung des N. opticus und des Augenhintergrundes, evtl. Computertomogramm, ggf. neurochirurgische Stellungnahme).

vgl auch >> Hirnwasserableitung: krankhafte Schwellungen

Steißbein

Diagnose: Druckstelle / Dekubitus 

Krankheitszeichen: Meist im Bereich der unteren Spitze des Steißbeines: Stadium 1: Umschriebene Rötung, die mit einem durchsichtigen Gegenstand (Glas, Lineal usw.) nicht wegdrückbar ist. Stadium 2:  Beim Betasten findet sich eine im Vergleich zur gesunden Hautumgebung eine weiche Schwellung, in der sich Flüssigkeit bewegen lässt (= Blase). Unter einer Blase kann sich eine tiefgehende Gewebezerstörung gebildet haben, die zunächst nicht erkennbar ist. Die Hautschichten über der Druckstelle scheinen intakt, sterben jedoch schnell ab und es entstehen nicht sichtbare Hauteinrisse, über die sich der Dekubitus infiziert.

Ursache: Abnorme (umschriebene) Druckbelastung.

Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen: Regelmäßige (bei Belastungen, z.B. lange Autofahrt, sportliche Belastung: mehrfach) tägliche Sichtkontrolle der besonders druckstellengefährdeten Hautzonen. vgl. >> Sensibilitätsschema
Erste Hilfe: Sofortige vollständige Druckentlastung.
Therapie: Hilfsmitteltechnische Veränderung der Sitzposition, Abpolsterung nach allen Seiten durch weiche Schaumstoffe, die im Bereich des Dekubitus ausgeschnitten sind, bzw. Verwenden von Sitzkissen, die eine Aussparung im Bereich der Druckstelle erlauben.

Gesäß

Diagnose: Druckstelle / Dekubitus 

Krankheitszeichen: Bevorzugt unter den Sitzbeinhöckern treten Druckstellen/Dekubiti auf (vgl. Stadieneinteilung unter >Steißbein)

Ursache: Abnorme Druckbelastung, nicht ausreichende Sitzkissenversorgung.

Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen: Regelmäßige (bei Belastungen, z.B. lange Autofahrt, sportliche Belastung) a) mehrfach tägliche Entlastung durch Umsetzen und Hochstemmen, b) mehrfach tägliche Sichtkontrolle dieser besonders druckstellengefährdeten Hautzone, bei nicht einsehbaren Hautzonen: mit einem Spiegel
Erste Hilfe: Sofortige vollständige Druckentlastung. Ärztliche Stellungnahme
Therapie: Hilfsmitteltechnische Veränderung der Gewichtsverteilung am Gesäß (z.B. Kippung der Sitzfläche, konsequente Verwendung von Sitzkissen, die eine Aussparung über der Druckstelle erlauben) .

Oberschenkel

Diagnose: Knochenbruch (Fraktur)

Eine besondere Gefährdung  besteht bei  kompletter, sowie hohen (motorischen und sensiblen) Lähmungen, d.h. z.B. bei voller Rollstuhlabhängigkeit oder weitgehender Bewegungsunfähigkeit

Krankheitszeichen:

  • Einseitige Schwellung,
  • meist geringe, umschriebene, leicht überwärmte Rötung
  • manchmal hörbares, oft aber unbemerktes Zerbrechen eines Knochens in 2 oder mehrere Bruchstücke (Fragmente) mit oder ohne Verschiebung der Bruchstellen.
  • Abweichen der normalen Knochenachse (Knick),
  • abnorme Beweglichkeit
  • Reibegeräusche bei Bewegung (“Knochenknirschen”), Schmerz (oft nur dumpfer Schmerz, der vollständig fehlen kann).

Immer beachten: Zusätzliche Verletzungen von Nerven, Adern (= Blutgefäßen = stärkere Blauverfärbung) und Gelenken sind möglich.

Ursachen: Grobe Gewalteinwirkung (Trauma) durch Unfall („nur“ 10 %)

  1. „Bagatelltrauma” (30 %), das Trauma wird oft nicht bemerkt,
  2. Entkalkung, nach längerer Ruhigstellung durch Gipsbehandlung (52 %)
  3. fehlende oder mangelhafte statische Belastung („Inaktivitäts-Osteoporose“).

Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen: 

  1. Regelmäßige Belastung durch Stehen und Gehen, evtl. mit Hilfsmitteln: Stehrollstuhl, Stehbrett, Stehbett, usw.
  2. Tragen einer Orthese als stabilisierender Schutz.
    a) Möglichst kurzfristige Gipsbehandlungen,
    b) frühzeitige Belastung noch im Gips nach Knochenbrüchen oder Operationen an Knochen.

Erste Hilfe: Lagerung in möglichst normaler (physiologischer) Stellung (aber: keine grobe Kraft beim Ausrichten der Beinstellung anwenden!), Schienung. Kranken-Transportfahrzeug.
Ärztliche Untersuchung / Beratung: Beurteilen von Begleitverletzungen. Röntgenaufnahme.
Konservative Maßnahmen: Bei nicht verschobenen Bruchstücken: Ruhigstellung in optimaler Achsenstellung mit (nicht drückender) gut gepolsterter (sehr wichtig!) Lagerungsschiene oder mit vorhandenem Gehapparat (auch hier auf gute Auspolsterung an den Auflagestellen achten). Bei gegeneinander verschobenen Bruchstücken: Achsengerechte Einrichtung unter Röntgenkontrolle.

Achtung: 1. Niemals Pflasterzugverbände zur Streckung des Beines verwenden, die zu schweren Hautverletzungen mit langer Folgetherapie führen. 2. Gipsverband, der (sehr wichtig) über den Gelenken gut gepolstert ist, oder gut gepolsterte Lagerungsschienen. Häufige Gipswechsel. Möglichst bald Belastung des Knochens in einem Stehgips, weil sonst die Gefahr eines erneuten Knochenbruches (Refraktion) droht.
Operative Maßnahmen (Osteosynthese): Korrektur der Achse, Stabilisierung der Stellung mit Platten, Schrauben usw.

Diagnose: Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis)

Krankheitszeichen: Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen (können fehlen)

Maßnahmen: Erste Hilfe: Ruhigstellung, Kühlen. Sofortige Vorstellung beim Arzt
Weitere Maßnahmen: Stationäre Aufnahme. Antibiotische und gerinnungshemmende Therapie.

Diagnose:  Oberschenkel: Druckstelle / Dekubitus

Krankheitszeichen: Rötung, weiche Schwellung, leichte Überwärmung (vgl. Beschreibung der Stadien unter >Gesäß) bevorzugt im Bereich der Auflagestellen von Orthesen oder an der Vorderkante des Rollstuhlsitzes.

Ursachen: Abnorme Druckbelastung durch nicht ausreichend angepasste / abgepolsterte Orthesen, nicht ausreichende Sitzkissenversorgung, nicht passende Sitztiefe im Rollstuhl.

Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen: Regelmäßige, bei außergewöhnlichen Belastungen, wie längere Autofahrten, Busreisen, sportlicher Belastung: mehrfach tägliche Sichtkontrolle.
Erste Hilfe: Sofortige vollständige Druckentlastung.
Weitere Maßnahmen: Abpolsterung bzw. Beseitigung von drückenden Kanten an Orthesen, Anpassung der  Sitztiefe, Verlängerung des Sitzkissens usw.

Unterschenkel

Diagnose / Leitsymptom:  Wasseransammlung (phlebo-lymphostatische Insuffizienz, Lymphödem)

Hinweise auf die Dauer der Schwellung:

a) Frische Schwellung: Eine tiefe bleibende Delle nach einem Druck mit dem Daumen von ca. 1 Minute im Bereich der vorderen Schienbeinkante, unterhalb des Knöchels oder am Fußrückens spricht für eine frische Schwellung,

b) Länger bestehende Schwellung: bleibt nach einem Daumendruck von etwa 1 Minute keine oder nur eine geringe Delle, besteht die Schwellung schon länger.

Krankheitszeichen / Möglichkeiten: 

1. Beidseitige Schwellung mit Verformungen der Unterschenkel und (meist auch) der Füße evtl. mit leichter Überwärmung.

  • Frische Schwellung
    Ursache (z.B.): Behinderung des Blutabflusses und der Lymphe nach längerer Sitzbelastung durch Herunterhängen und evtl. Abknicken der Beine,
    Erste Hilfe: Hochlagern der Beine.
    Therapie: Vermeiden einer zu starken Abknickung, Hochlagern der Beine. Wickeln der Beine mit elastischen (Kompakt-)Binden
  • Länger bestehende Schwellung
    Ursache: Langdauernde Stauung des Blut- und Lymphabflusses aus den Beinen durch langdauerndes Sitzen im Rollstuhl, Abknicken der Beine durch zu spitzen Winkel zwischen Oberschenkel und Unterschenkel.
    Behandlung: Möglichst oft Hochlagern der Beine, Beseitigung abnormer Knickbildungen oder Kanten, Tragen einer Kompressionsstrumpfhose der Kompressionsklasse 2, regelmäßige Lymphdrainage.

2. Einseitige Schwellung

  • Frische Schwellung
    Ohne Rötung und Überwärmung:
    Ursache
    (z.B.): a) Stauung nach längerer einseitige Sitzbelastung durch Herunterhängen und evtl. Abknicken eines Beines, b) nach operativen Eingriffen am Bein.
    Erste Hilfe: Beseitigung der auslösenden Ursache.
    Weitere Maßnahmen: Anlegen eines Verbandes aus elastischen (Kompakt-) Binden.
    Mit Rötung und Überwärmung
    Ursache:
    Verdacht auf Knochenbruch, Verdacht auf Venenentzündung.
    Erste Hilfe / Weiterbehandlung: Sofortige stationäre Aufnahme, vgl.: >Unterschenkel: Venenentzündung, >Oberschenkel: Knochenbruch.

Mit flächenhafter Rötung
Ursache:
Verdacht auf Hautinfektion
Erste Hilfe: Ruhigstellung, kühle feuchte Wickel, sofortiger Arztbesuch.
Weiterbehandlung: Antibiotische Therapie, Wundversorgung.

  • Länger bestehende Schwellung
    Eher ungewöhnlich, aber möglich

Diagnose: Stauung

Ursache: Langdauernde einseitige Stauung des Blut- und Lymphabflusses durch langdauerndes Sitzen im Rollstuhl, durch zu enge Orthese usw., Abknicken des Beines durch zu spitzen Winkel zwischen Oberschenkel und Unterschenkel.

Therapie: Möglichst oft Hochlagern des Beines, Beseitigung abnormer Knickbildungen oder Kanten, Tragen einer Kompressionsstrumpfhose der Kompressionsklasse 2 (unter- bzw. oberschenkelhohe Kompressionsstrümpfe verstärken oft eine bereits bestehende Schwellung), regelmäßige Lymphdrainage.

Diagnose: Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis)

Krankheitszeichen: Umschriebene Rötung mit unscharfem Übergang in die umgebende Haut, Schwellung, die oft nur durch vergleichende Messung beider Unterschenkel in gleicher Höhe festzustellen ist; die Schwellung kann bei einer tiefen Venenentzündungen unerheblich sein, umschriebene Überwärmung (kann fehlen), Schmerzen, die bei kompletter Lähmung fehlen können.

Maßnahmen:
Erste Hilfe: Ruhigstellung, Kühlen. Sofortige Vorstellung beim Arzt
Weitere Maßnahmen: Stationäre Aufnahme. Antibiotische und gerinnungshemmende Therapie.

Diagnose:  Bluterguss (Hämatom)

Ursachen: Stoß, Schlag (nicht immer erinnerlich)

Krankheitszeichen: Umschriebene Schwellung, leichte Überwärmung (im Vergleich zur Gegenseite), weiche oder derbe umschriebene Rötung oder – bei tieferen Blutergüssen – bläuliche Verfärbung. Schmerzen (können fehlen).

Erste Hilfe: Kühlung mit kaltem Wasser, keine Eisanwendung: Gefahr tiefer Gewebeschäden durch Unterkühlung. Ruhigstellung nur bei stärkeren Schmerzen.

Diagnose: Knochenbruch (Fraktur)

Krankheitszeichen, Ursache, Erste Hilfe, Weiterbehandlung >Oberschenkel: Knochenbruch

Diagnose:  Druckstelle (Dekubitus)

Krankheitszeichen: Rötung, weiche Schwellung, leichte Überwärmung (vgl. Beschreibung der Stadien unter >Gesäß) bevorzugt im Bereich der Auflagestellen von Orthesen.

Ursache: Abnorme Druckbelastung durch nicht ausreichend angepasste / abgepolsterte Orthesen oder Schuhe.

Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen:
Regelmäßige Sichtkontrolle.
Erste Hilfe: Sofortige vollständige Druckentlastung.
Weitere Maßnahmen: Abpolsterung bzw. korrekte Anpassung von Orthesen.

Knöchel

Diagnose: Lockerung der Wachstumsfuge meist am unteren Ende der Unterschenkelknochen (Epiphysenlockerung)

Krankheitszeichen: Schwellung über einem oder beiden (Fuß-) Knöchel(n) am Übergang vom Unterschenkel zum Fuß. Meist keine Schmerzen.

Ursache: Überlastung des unteren Sprunggelenkes durch zuviel Bewegung

Maßnahmen:

Erste Hilfe: Entlastung, Ruhigstellung.
Weitere Maßnahmen:  Röntgenaufnahme: diese zeigt vielleicht eine Verbreiterung der Wachstumsfuge, aber keinen Knochenbruch. Bei Ruhigstellung ist eine Spontanheilung zu erwarten. Das Anlegen eines Gipsverbandes ist wegen erheblicher Druckstellengefährdung eher problematisch.

Diagnose: Knochenbruch (Fraktur)

Beschreibung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen >Oberschenkel: Knochenbruch

Fuß / Zehen

Diagnose: Lymphödem

Beschreibung > Unterschenkel

Diagnose:  Druckstelle (Dekubitus)

Krankheitszeichen: Rötung, weiche Schwellung, leichte Überwärmung (vgl. Beschreibung der Stadien unter >Gesäß) bevorzugt im Bereich der Fußsohle, im Bereich der Fußaußenkante (bei Klumpfußstellung) unter der Ferse (bei Hackenstellung), nicht korrekt angepassten Einlagen oder Schuhe.

Ursache: Abnorme Druckbelastung durch Fuß-/Zehen-Fehlstellung sowie nicht ausreichend angepasste / abgepolsterte Orthesen.
Maßnahmen:

Vorbeugende Maßnahmen: Regelmäßige Sichtkontrolle.
Erste Hilfe: Sofortige vollständige Druckentlastung, Schuhe dürfen bis zur Korrektur nicht getragen werden.
Weitere Maßnahmen: Abpolsterung bzw. Neuanpassung von Schuhen / Einlagen, Orthesen mit gleichmäßiger Druckverteilung, bei wiederholt auftretenden Druckstellen ggf. operative Korrektur der Fußfehlstellung.

Diagnose: Knochenbruch

Beschreibung > Oberschenkel

Hodensack

Diagnose: Einbruch des Bauchhöhlenkatheters einer Hirnwasserableitung in den Hodensack

Krankheitszeichen: Einseitige oder (oft schwer zu unterscheidende) beidseitige Schwellung des Hodensackes, evtl. leichte Überwärmung, keine oder geringe Rötung. Spannungsgefühl (fehlt bei kompletten Lähmungen), Tastbefund: weiche oder derbe Schwellung.

Ursache: Spontane Verlagerung der unteren Spitze des Katheters einer Bauchableitung in den Hodensack.

Maßnahmen:
Erste Hilfe: Keine, nur bei stärkerer Schwellung und Schmerzen: Ruhigstellung durch Hochlagerung des Hodensackes.
Weiterbehandlung: Ultraschalldiagnostik (Ausschluss / Nachweis des Katheters). Evtl. Zurückziehen des Katheters und Verschluss der Verbindung zur Bauchhöhle durch eine operative Maßnahme.

Diagnose: Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

Krankheitszeichen: Meist einseitige schwache oder stärkere Rötung und Schwellung im Bereich des oberen Hodensackes. Schmerzen (fehlen bei kompletten Lähmungen).

Ursache: Eindringen von Bakterien über die Samenleiter in die Nebenhoden z.B. bei regelmäßigen Katheterentleerungen.

Maßnahmen:
Erste Hilfe: Ruhigstellung, Kühlung (wegen möglicher Erfrierung: kein Eis!). Kurzfristig: Ärztliche Konsultation
Weitere Maßnahmen: Antibiotische Therapie, Überdenken der Technik der Katheterentleerung (Katheterarten, Desinfektion vor der K-Entleerung usw.). Bei wiederholtem Auftreten: Diskussion einer Unterbindung der Samenleiter.

Auch daran denken: Diagnose: Wasserbruch, Leistenbruch.

Hirnwasserableitung

vgl Schwellungen entlang der Hirnwasserableitung

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