Harnblasenspülung

Zur Methode

Harnblasenspülungen tragen dazu bei, die Harnblase zu reinigen und Harnwegsinfektionen zu vermindern. Die Spülungen können (im Prinzip) beliebig häufig ausgeführt werden, im Allgemeinen reicht jedoch eine Spülung pro Tag aus. Schädliche Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, wenn die Regeln zur „sauberen Katheterentleerung“ (vgl. Anleitungen zur Katheterentleerung) beachtet werden.
Bei bestehendem Rückfluss (Reflux) von Urin aus der Harnblase in die Harnleiter und Nieren und gleichzeitig bestehendem Harnwegsinfekt ist eine Blasenspülung nicht angezeigt, weil durch die Spülung Bakterien in die Harnleiter und Nieren gelangen können.

Gründe für eine Harnblasenspülung

Durch Harnblasenspülungen können Ablagerungen von Schleim und Zellbestandteilen aus der Harnblase entfernt werden, die

  • entstehen durch geringe Flüssigkeitsaufnahme, seltene Harnausscheidung, mangelnde Mobilität bei Bettlägerigkeit, langes Sitzen im Rollstuhl, Veränderungen der Harnblasenwand (Pseudodivertikel);
  • bei liegendem oder vor Neuanlegen eines Dauerkatheters Einflusslöcher an der Katheterspitze durch Schleim, Blut usw. verlegen/verstopfen;
  • sich bei künstlicher Erweiterung der Harnblase (Augmentation, Pouch) ablagern und – wie krankhafte Restharnmengen – Grundlage von Harnwegsinfektionen sein können.

Ärztliche Verordnung

Harnblasenspülungen dürfen nur auf Anweisung eines Arztes ausgeführt werden.
Ärztlich festgelegt werden müssen:

( ) die Häufigkeit der Blasenspülung pro Tag

( ) die Tageszeit

( ) die Menge der Spülflüssigkeit

( ) die Dicke des Katheters: CH

Materialien

Katheter

Geeignet sind alle üblichen Harnblasenkatheter. Die Katheterdicke richtet sich nach dem Alter des Patienten. Um einen guten Spüleffekt zu erreichen, sollte ein möglichst dicker Katheter gewählt werden.

Blasenspritzen

In der Regel werden spezielle Blasenspritzen mit einem Fassungsvermögen von 100 ml oder 120 ml verwendet. Marktüblich sind aber auch Faltbalgflaschen mit Blasenspülmittel unterschiedlicher Größe (vgl. 3).

Blasenspülmittel

Körperwarme „Physiologische Kochsalzlösung“ (ohne antibiotische oder sonstige Zusätze). Menge: Säuglinge: 60 ml Faltbalgflasche (z.B. Freka-Drainjet ®); Kleinkinder: 60-120 ml Faltbalgflasche (z.B. Freka-Drainjet ®); Kinder, Jugendliche, Erwachsene: 120 ml Faltbalgflasche (Verordnung: Freka-Drainjet 10×60 ml bzw. 10×120 ml).
Bei Verwendung von Kochsalzlösung aus einer 100 ml (250 ml) Vorratsflasche muss eine latexfreie Einmalspritze(n) zur Blasenspülung (z.B. DAHLHAUSEN Once-Spritzen mit Katheteransatz, 50 ml; bei Bestellungen von 25 Stück: Artikel-Nr. 8160010050; bei Bestellungen von 100 Stück: PZN 7486649) verwendet werden. Um die Spritze auf einen Katheter aufstecken zu können, wird ein Stufenkegel verwendet.
Alle sonstigen Materialien zur Katheterentleerung (Katheter, ggf. Gleitmittel, Kompressen, Desinfektionsmittel, Gefäß zum Auffangen des Urins).

Ausführung

  • Vorbereitung zum Legen eines Harnblasenkatheters (vgl. Anleitungen: Katheterentleerung bei Mädchen/Frauen, Jungen/Männern)
  • Anwärmen der Kochsalzlösung in einem Wärmebad auf etwa 37°
  • Bei Verwenden einer Vorratsflasche mit Kochsalzlösung: Verschluss (Metallring und Gummistopfen) von der Flasche mit Kochsalzlösung entfernen. Die Hülle des Blasenkatheters am Trichterende (nur) öffnen (Katheter zunächst nicht herausziehen) und den Stufenkegel in den Trichter stecken


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