Fußpflege

Spina bifida/Hydrozephalus-Betroffene können aus unterschiedlichen Gründen (lähmungsbedingt, Adipositas, Skoliose, Beeinträchtigung der Handmotorik, beeinträchtigte Wahrnehmung) weder in der Lage sein ihre Füße zu kontrollieren noch sie im erforderlichen Umfang zu pflegen.

  • Zur Vermeidung von (teils schwerwiegenden) Komplikationen benötigen die Füße deshalb regelmäßige eingehende Sichtkontrollen und

  • meist auch regelmäßig Fremdhilfe.

Allgemeine Maßnahmen

Zur regelmäßigen Körperpflege gehört das Baden der Füße. Um unbemerkte Verbrennungen zu vermeiden, soll die Wassertemperatur 35 – 37° C nicht übersteigen.

Zu beachten

  • das sorgfältige Reinigen und eingehende Abtrocknen besonders der Zehenzwischenräume sowie der Hautzonen in stärkeren Beugestellen (z.B. bei Zehenüberlagerungen oder Krallenzehen), an denen sich die Haut berührt

  • die Hautpflege:
    a) in feuchten Hautbereichen mit Zinkschüttelmixtur, evtl. auch Cremes
    b) in trockenen Hautarealen: Einmassieren von Panthenol (Lotion oder Salbe) oder Eucerin®.

  • Beim Duschen muss die Reinigung der Füße intensiver erfolgen, weil Schweiß und Schmutzschichten – anders als beim Baden – nicht abgeweicht werden.

Veränderungen an den Füßen / Folgen / Maßnahmen

Zehenfehlstellungen:
Zehenüberlagerungen (z.B. Hallux valgus) und Krallenzehen

Nagelfehlbildungen:
Steilstellung der Nägel.
Ursache: Knöcherne Fehlbildungen und Ödeme in den Zehen
Folge: Die Nägel können bis in das Nagelbett einreißen oder in das Nagelbett gestoßen werden
Maßnahme: Behandlung des Ödems durch Hochlagern, Wickeln, festes Schuhwerk. Kurzschneiden der Nägel.

Nagelbettverletzungen:
Ursache: Einwachsen der Nagelränder in das Nagelbett durch unsachgemäßes Schneiden der Nagelkanten
Maßnahme: Die obere äußere Nagelkante muss stets tastbar/sichtbar sein. Bei entzündlichen Veränderungen ist eine lokale antibiotische Therapie angezeigt

Auch minimale Hauteinrisse in den Zehenzwischenräumen (intertriginöse Räume) oder ein Dekubitus sind häufig Eintrittstellen für bakterielle Erreger, von denen Infektionen der Lymphgefäße (Lymphangitis) oder der Haut (z.B. Erysipel) ausgehen können. Bei gleichzeitig bestehendem Unterschenkel- und Fußödem können schwere flächenhafte Entzündungen entstehen.
Vorbeugende Maßnahme: Immer ist sorgfältig nach der Hautverletzung zu suchen.

Therapeutische Maßnahmen: Unter ärztlicher Aufsicht ist bei kleineren entzündlichen Bereichen eine lokale antiseptische oder antibiotische Therapie möglich, bei ausgedehnten Infektionen eine antibiotische Therapie nicht zu umgehen.

Die Eintrittsstelle der Infektion (Dekubitus, Hauteinriss) ist gesondert zu therapieren.


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