Folsäureprophylaxe

Der Mangel an Folsäure ist einer der wesentlichen Ursachen für die Entstehung der Spina bifida. Die Folsäureeinnahme vor der Empfängnis (Konzeption) eines Kindes senkt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbildung von Gehirn und Rückenmark um 60 – 70 %.

Die Einnahme von Folsäure in Verbindung mit einem Multivitaminpräperat wird deshalb empfohlen *

  • 0,4 mg pro Tag: jeder Frau im gebärfähigen Alter (ohne ein Spina bifida-Kind in der Familie)
  • 4 – 5 mg pro Tag: nach einer Schwangerschaft mit einem Spina bifida-Kind oder bei vermehrt aufgetretenen Fehlgeburten in der eigenen / weiteren Familie

Zeitraum der Einnahme

Die Einnahme von Folsäure wird allen Müttern mit einem Spina bifida-Kind in der engeren und weiteren Familie empfohlen

  • spätestens 1 Monat vor einer geplanten Schwangerschaft, damit im 1. Schwangerschaftsmonat (d.h. während der Entwicklungsphase des Wirbelsäulenverschlusses) ausreichend Folsäure zur Verfügung steht.
  • Aber: Obschon etwa 2/3 aller Schwangerschaften geplant sind, wird nur bei einem geringen Teil der Frauen (8,6 %) Folsäure rezeptiert.
  • unmittelbar nach Beenden empfängnisverhütenden Maßnahmen, wenn eine Schwangerschaft eintreten kann,
  • oder: während der gesamten mütterlichen Lebensphase, in der eine Schwangerschaft möglich eintreten kann, vor allem dann, wenn Regelanomalien bestehen, die eine Schwangerschaftsplanung erschweren.
  • Diese Empfehlungen werden gegeben, weil bei ungeplanten Schwangerschaften (etwa 1/3 aller Schwangerschaften) nur bei 3,3 % der Frauen Folsäure verordnet wird.

Folsäure und Schwangerschaft

Die Einnahmedauer von Folsäure ist wegen des erhöhten Vitaminbedarfes während der ganzen Schwangerschaft sinnvoll.

 

* Empfehlungen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Deutsche Gesellschaft für Humangenetik, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe,  Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde, Deutsche Gesellschaft für Neuropädiatrie.

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