Dünner Stuhl – Sicherung der Kontinenz

Akute Phase

Während der akuten Durchfallphase sowie bei heftig verlaufenden Durchfällen, gelingt es kaum, die zum Teil mit starkem Druck entleerten dünnen Stühle zu steuern.
Oft besteht nur die Möglichkeit:

  • die Haut regelmäßig abzuwaschen und zu trocknen sowie mit dick aufgetragener weicher Zinkpaste (spachteln!) konsequent zu schützen
  • zu versuchen, einen Colostomiebeutel am After anzukleben (funktioniert meist nur bei liegenden Patienten)
  • einen Analtampon einzulegen, der aber nur den Verlust kleiner Stuhlmengen verhindern kann
  • Aus Zellstoff (in Lagen) eine ca. 15 – 20 cm breite und etwa 5 cm dicke Rolle zu bilden in die Gesäßfalte zu legen und fest anzudrücken. Auf diese Weise kann der Analtampon gesichert werden.
  • die Windel häufiger zu wechseln

Leichter Durchfall und Kotschmieren

  • Den Darm stets gut entleeren! (vgl. Anleitungen zur Darmentleerung)
  • Den After mit einem möglichst dicken Tampon verschließen.
  • Windel straff anlegen, damit eine Zellstoffrolle (s.o.) fest in der Gesäßfalte liegen bleibt.
  • Treten durch den Afterverschluss Bauchschmerzen auf, ist das ein Hinweis darauf, dass Darmgase nicht entweichen können; dann ist der Darmverschluss vorübergehend zu lockern.

Hautschutz

Durch dünne Stühle wird die Haut in der Umgebung des Afters besonders gereizt.

Deshalb

  • muss die Haut häufiger warm abgewaschen und mit weicher Zinkpaste gut bedeckt sein,
  • müssen Windeln und Vorlagen häufiger gewechselt werden,
  • soll täglich, wenn möglich, ein warmes Sitzbad ausgeführt werden.

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