Dünner Stuhl: Diätetische Behandlung

Achtung: Die Auswirkungen des Flüssigkeitsverlustes bei Erbrechen und Durchfall werden leicht unterschätzt.

Eine ärztliche Beratung ist spätestens erforderlich:

  • bei Störungen des Bewusstseins (Bewusstseinstrübung)
  • bei Nackensteifigkeit (der Kopf lässt sich nicht ohne Schmerzen nach vorne neigen)
  • bei Flüssigkeitsverweigerung
  • bei blutigem Durchfall
  • bei länger dauerndem (mehr als 3 Tage) Durchfall

Durchfall ohne Fieber und Erbrechen

Flüssigkeitsgabe (ggf. in kleinen Mengen, s.u.).
Normalkost zunächst absetzen und dann – je nach Wunsch und Belastbarkeit – zügig wieder aufbauen (s.u.). Im Allgemeinen kann man sich beim Kostaufbau nach den Wünschen der Kinder (Jugendlichen und Erwachsenen) richten. Nichts aus „prinzipiellen Gründen“ aufzwingen!
Mit den folgenden Empfehlungen ist ein physiologischer Kostaufbau möglich. Die angegebenen Zeiten können je nach Schwere der Erkrankung, nach dem Verlauf und Befinden verkürzt oder verlängert werden.

Empfehlungen:
1. Tag: „Teepause“: Zunächst nur Gabe von Tee, Reisschleim, Haferschleim immer mit 5% Traubenzucker (1 gehäufter Teelöffel auf 100 ml).
Fettfreie, wasserbindende Kost: Ist die Flüssigkeitsgabe gesichert, kann der Kostaufbau einer Wunschkost über eine wasserbindende Kost erfolgen: Bananen (binden Wasser und ersetzen verlorene Elektrolyte), geriebene Äpfel, Kartoffelbrei (nur mit Wasser und Salz / Maggi hergestellt), Karotten (nur mit Wasser und Salz hergestellt), Salzstängel, Zwieback.
Und immer wieder: möglichst viel Flüssigkeit (s.o.).
2. Tag: Maßvoll essen, viel trinken.
Maßnahmen: Vorgehen wie am 1. Tag. Bei gutem Befinden kann man versuchen, auf eine fettarmeKost überzugehen: Magermilch, Magerjoghurt, Magerquark, mageres (z.B. Geflügel-) Fleisch
3. Tag: Magerkos
4. Tag: Vollkos

Durchfall mit Bauchschmerzen ohne Fieber

Vorgehen wie unter 1) beschrieben.
Zusätzlich feuchte heiß-warme Wickel (s.u.: Warmer, feuchter Bauchwickel), evtl. schmerzstillendes Medikament als Saft/Tropfen.

Durchfall mit Erbrechen ohne Fieber

Flüssigkeitsgabe sichern. Normalkost vorübergehend absetzen.
Vorgehen wie unter 1) beschrieben.

Durchfall mit Erbrechen und Fieber

Viel Flüssigkeit, fiebersenkende Maßnahmen (s.u. Anhang: Fieber).
Vorgehen wie unter 1) beschrieben.

Anhang

Warmer, feuchter Bauchwickel

  • Wasserdichte Unterlage ins Bett legen.
  • Handtuch/Badetuch in möglichst warmes Wasser legen.
  • Auswringen (das Tuch soll gut nass sein) und sofort zusammenschieben/-falten (nicht offen zum Patienten transportieren, weil die Wärme sofort entweicht).
  • Den Wickel mit einem trockenen Handtuch abdecken.
  • Wickel 10-15 Minuten lang belassen, dann – je nach Bedarf – erneuern. Die Dauer der Einwirkung der Wärme lässt sich durch eine Wärmflasche (die nicht direkt die Haut berühren darf) verlängern.
  • Bei nicht ausreichender Schmerzdämpfung: zusätzlich Gabe eines schmerzstillenden Saftes in altersentsprechender Dosierung.

Fieber

Erhöhung der Körpertemperatur über 38,5 °, gemessen im Mund oder After.

Maßnahmen:

  • Kühle (18 °) Brust-Bauch-Wickel (Wadenwickel sind weniger wirksam, bei kühlen Beinen unwirksam),
  • Zimmertemperatur absenken (Fenster auf!),
  •  wasserdichte Unterlage ins Bett legen,
  • Handtuch in Leitungswasser legen,
  • leicht auswringen (das Handtuch soll gut nass sein) und
  • um Brust und Bauch legen; hier erreicht man stets die erhöhte Körpertemperatur,
  •  nach drei Minuten den Wickel wechseln,
  • Wirkung abwarten: nach etwa 15 Minuten erneut Temperatur messen,
  • nach 20-30 Minuten erneut 3 Wickel anlegen.
  • Das Absenken der Körpertemperatur kommt wesentlich durch Schwitzen zustande. Durch länger andauerndes Schwitzen bildet sich an der nicht ausreichend belüfteten Haut ein Flüssigkeitsfilm, der die Verdunstung von Flüssigkeit an der Hautoberfläche (Transpiration) behindert. Deshalb ist die Haut 2-3x pro Tag lauwarm abzuwaschen und gut abzutrocknen. Auch ein tägliches Bad in lauwarmem Wasser ist sinnvoll.

Flüssigkeit

Tee mit 5% Traubenzucker oder fertige Teegemische, die mit Salzen angereichert sind: z.B. GES 60 ®, Oral-Pädon ® (erhältlich mit verschiedenen Geschmacksrichtungen), Elotrans ® usw.; Menge: Bei wiederholtem Erbrechen: Flüssigkeit zunächst teelöffelweise – auch wenn weiter erbrochen wird: es bleiben stets kleine Mengen von Flüssigkeit im Magen – geben. Wenn die kleinen Flüssigkeitsmengen vertragen werden, wird die Flüssigkeitsgabe esslöffelweise, dann schluckweise alle 2-3 Minuten schnell gesteigert und möglichst bald freigegeben. Aufgenommene Flüssigkeitsmenge registrieren. Achtung: Gelingt der Aufbau der Flüssigkeitsgabe bei weiter bestehendem Erbrechen und Fieber nicht, ist eine ärztliche Beratung und evtl. eine Flüssigkeitsinfusion erforderlich, um eine Austrocknung und hiermit verbundene Stoffwechselstörung zu vermeiden.

Scherzen

Bestehen gleichzeitig allgemeine (Kopf-, Bauch-, Glieder-)Schmerzen, ist die Anwendung eines Schmerzmittels (z.B. Ibuprofen ®) als Saft angezeigt.

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