Ärztlicher Bericht zum Behinderungsumfang (GdB) – Ausführliche Form

 

………………………., den………………….

□Neufeststellung □Feststellung □einer Behinderung im Sinne des Sozialgesetzbuch IX

 

Ärztlicher Bericht zur Vorlage beim □Amt für soziale Angelegenheiten □Versorgungsamt


für: …………………………………………………………….. geboren am………………………………..

aus: ………………………………………………………………………………………………………………..


bei ……………………….. bestehen Folgezustände einer angeborenen Spaltbildung der Wirbelsäule (Spina bifida).

□In den einzelnen Bereichen bestehen folgende versorgungsrechtlich relevante Krankheitsmerkmale und Funktionsstörungen:

□Es entstanden Lähmungen der Muskulatur. Diese betreffen □komplett die Muskulatur der □oberen □mittleren □unteren Wirbelsäule, □des Beckens, □des Beckenbodens, □beider Beine, der □Oberschenkel □des rechten □linken □0berschenkels, □beider Unterschenkel, □des □rechten □linken □Unterschenkels, □beider Füße, □des □rechten □linken □Fußes, □inkomplett die Muskulatur □der oberen □mittleren □unteren □Wirbelsäule, □des Beckens, □des Beckenbodens, □beider Beine, □der Oberschenkel, □des rechten □linken □0berschenkels, □beider Unterschenkel, □des □rechten □linken □Unterschenkels, □beider Füße, □des □rechten □linken □Fußes.

□Hierdurch □sowie durch eine Höhlenbildung im Rückenmark (Syringo-Hydromyelie) □entwickelte sich □bisher eine □erhebliche □Veränderung der Wirbelsäule ( □Torsions- □Skoliose ( □operativ□ stabilisiert), □Kyphose ( □Zustand nach □Teil □Resektion □der Wirbelkörper)), □eine Hüftgelenksfehlstellung ( □Subluxation □rechts □links □bds., □Coxa valga □rechts □links □bds., □Luxation □rechts, □links □bds., □operativ □rechts  □links □bds. □korrigiert □und □Fehlstellungen am Kniegelenk □rechts □links □an beiden Kniegelenken, □am □rechten □linken □Fuß □an beiden Füßen ( □Klumpfuß □rechts □links □bds. □Spitz- □Klumpfuß □rechts links □bds. □Knick- □Hackenfuß □rechts □links □bds. □Ballen- □Hohlfuß □rechts □links □bds, □Muskel- □und □Sehnenverkürzungen (Kontrakturen) im Bereich der □Hüften □der Knie sowie □der Füße.

Es besteht ein □kompletter □Muskelschwund (Atrophie) □der □Bauchdecken-, □ der Gesäß-, □der Bein-, □der Oberschenkel-, □Unterschenkel-, □und □der Fuß-Muskulatur □sowie □eine erhöhte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) in den gelahmten Bezirken, □wodurch es □bisher □zu □einer Fraktur □mehreren Frakturen □kam.

□Bedingt durch die Querschnittslähmung sind □in- □komplette □Ausfälle der Hautempfindungen am □Rücken, □Bauch, □Gesäß, □an den Beinen, □den Unterschenkeln, □den Füßen, □wo die Haut eine erhöhte Verletzlichkeit und eine mangelhafte Durchblutung und eine schlechte Wundheilung zeigt. □Es besteht eine Neigung zu □rezidivierenden □Druckgeschwüren an den empfindungsgestörten Hautbezirken, □am Gesäß, □am Rücken, □an der Steißbeinspitze, □an den Zehen □an den Füßen.

□Eine Steh- und Gehfähigkeit □besteht nicht □kann nur durch eine □umfangreiche □Hilfsmittelversorgung ( □Mieder, □Stehapparate, □Schienen, □orthopädische Schuhe, □Unterarm- □Stockstützen) □erreicht werden. □Die beschwerdefreie Gehstrecke ist erheblich eingeschränkt.

□Eine aktive Steuerung der Harnblasenfunktion ist nicht möglich. □Es besteht eine vollständige Inkontinenz für Urin. □Die Inkontinenz begünstigt Hautinfektionen und Harnwegsinfektionen. □Ständig muss ein Urinal getragen werden, □sind Medikamente einzunehmen, □muss die Harnblase □ausgedrückt □katheterisiert □und □gespült werden. □Ständig müssen Windeln getragen werden. □Eine künstliche Harnableitung ( □pouch, □Colonconduit) □musste angelegt werden. □Der Urin wird über eine Klebebandage aufgefangen.

□Gleichzeitig besteht eine Darmlähmung. Folge ist eine chronische Stuhlverstopfung, Kotschmieren □und □unwillkürlicher Verlust von Stuhlgang □in Verbindung mit einer Neigung zu Durchfällen. □Durch die Inkontinenz von Urin und Stuhlgang besteht bzw. droht ständig eine Geruchsbelästigung □sowie behandlungsbedürftige Hautkomplikationen.
□Dies erfordert ständig einen erheblichen pflegerischen Mehraufwand.

Die Sexualfunktion ist erheblich □in zunehmendem Maße □vollständig □gestört. □Es besteht eine □Impotentia coeundi □und □generandi.


□Durch eine Verwachsung des Rückenmarkes mit der nach der Geburt entstandenen Operationsnarbe (tethered cord) □sowie durch □eine Höhlenbildung im Rückenmark (Syringo-Hydromyelie) □droht eine ständige Verschlechterung der obengenannten neurologischen Funktionen und Krankheitsmerkmale.

□Als weitere Folge des Leidens entwickelte sich eine Erweiterung der Hirninnenräume (Hydrocephalus), □die durch ein □inzwischen mehrfach □operativ erneuertes Ventilsystem drainiert wird. □Durch ein jederzeit mögliches Ventilversagen besteht eine lebensbedrohliche Komplikationsmöglichkeit. Ständige Beaufsichtigung und eine spezielle ärztliche Überwachung sind notwendig. □Durch den Hydrozephalus besteht eine □schwere □Entstellung.

□Es besteht ein □Krampfleiden □mit der Notwendigkeit regelmäßiger Einnahme von Medikamenten und spezieller Überwachung.

□Die Sehfähigkeit ist □erheblich □eingeschränkt. □Der Visus beträgt □auf dem rechten Auge □linken Auge □auf beiden Augen_______________________. □Es besteht eine an Blindheit grenzende Sehstörung.


□Die Gesamtheit der vorliegenden Behinderung bedingt eine □umfassende □schwere □Entwicklungsverzögerung □und □Minderung intellektueller Leistungsfähigkeit □vom Ausmaß einer Lernbehinderung □durch Teilleistungsschwächen □einer □schweren □geistigen Behinderung □sowie □eine Antriebsschwäche.

 

……………………. ist in den regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens ( □Verrichten der Notdurft, □An- und Ausziehen, □Körperpflege, □Nahrungsaufnahme, □Sicherung der körperlichen Bewegung, □altersunüblich von □Hilfe, □Anleitung □und □Beaufsichtigung □abhängig, □kann Wegstrecken nicht ohne eigene und fremde Gefährdung zurücklegen, □kann sich nur mit fremder Hilfe und großer Anstrengung außerhalb eines Fahrzeuges fortbewegen, □ist nicht in der Lage, die Hilfsmittel selbständig anzulegen, □und kann wegen der bestehenden Bewegungsstörung □und Entstellung, □sowie □wegen Geruchsbelästigung, □drohenden Krampfanfällen, □motorischer Unruhe, □Verhaltensauffälligkeiten □ständig nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen.

□Zusammenfassend liegt auf Dauer eine Mehrfachbehinderung vor.
□Eine wesentliche Verbesserung des Zustandes ist nicht zu erwarten.
…………………. ist auf Dauer von Fremdhilfe abhängig.
□Eine Nachbeurteilung ist in ca. 2 Jahren sinnvoll.

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Unterschrift
Spina bifida-Ambulanz

 

Erläuterungen: Zum Ausstellen eines Schwerbehindertenausweises (Feststellung des Grades der Behinderung (GdB) sowie zur Festlegung der Merkzeichen) müssen die Krankheits- und Behinderungsmerkmale vollständig angegeben und möglichst mit den Worten der gesetzlichen Grundlage formuliert sein.

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